Ergänzungen F

Zur Familie gehörten nicht nur Mann, Frau und Kinder, sondern auch alle Verwandten eines Clans. Wenn die klassische Familie gemeint war sprach man von "bej ons thüß" Eine direkte Bezeichnung für die Familie wie wir sie heute kennen, gab es damals nicht.

Redaktion
28.7.2005

Wörtlich übersetzt Schienen-Aas. Hier ist jemand gemeint, der im Streit seinen Widersacher vors Schienbein tritt und sich so als Schenn-(Schien) Oos (Aas / Biest) zu erkennen gibt. Später im übertragenen Sinn gebraucht für einen streitlustigen und gewalttätigen Menschen; auch streitlustige Frau. Möglich aber auch, daß der Begriff Schinder, Schind-Aas zu Grunde liegt.

Redaktion
16.07.2005

Für das im Hochdeutschen übliche Wort “Friseur” sind verschiedene platte Übersetzungen möglich. Da es sich hier um einen relativ modernen Begriff handelt, leiht die platte Sprache ebenfalls aus dem Französischen, oder verwendet Umschreibungen:

Korföör”: das ist ein verstümmeltes “Coiffeur”, trotzdem ist es “rechteg Platt”.

Schäärbaas”: das ist eine Umschreibung (“Rasierchef”).

Scharsenn”/”Schassin”: das ist ein verstümmeltes “Chirurgin”. Das französische “Chirurgin” leitet sich ab aus dem Altgriechischen, und bedeutet wörtlich: “Einer der mit den Händen heilt”. Ein Chirurg schneidet nicht in den Haaren, sondern in dem Körper. Das ein Friseur trotzdem “Scharsenn” heissen kann, könnte damit zu tun haben dass man in “Chirurgin” zu Unrecht das Wort “Schere” sah. Auch dann ist “Scharsenn” als “rechteg Platt” zu betrachten.

Kapper”: auch das ist eine Umschreibung: “Einer der sich um die natürliche Kopfbedeckung (“Kapp”) kümmert”. Das französische “Coiffeur” hat genau die selbe Bedeutung.
Das Wort “Kapper” gibt es ebenfalls in der niederländischen Hochsprache, und in den südniederländischen Mundarten. In den östlichen Niederlanden wird es jedoch als Fremdkörper empfunden. “Rechteg Platt” ist da die Umschreibung: “Heuresnieder” (“Haareschneider”).
“Kapper” ist allgemein Niederfränkisch, und deshalb für das Klever Land “rechteg Platt”.

Kleve, 08.02.2007
Hans van den Bos

"bucksüüt" bezieht sich auf Sommerbirnen (z.B. Kaneel- wegen des Zimtgeschmacks-pääre oder Boutpääre, das sind unterschiedliche Sorten), die im Spätsommer, zum Bout, reif werden, aber nicht haltbar sind. Sie werden überreif von innen her(van den buck üt) süß, weich und pappig, sind aber in diesem Zustand noch eßbar und keineswegs faul. Diese z.T. riesigen Birnbäume gehörten früher auf jeden Bauernhof und jede Katstelle. Heute findet man noch einen an der Hervorster Straße in Goch. Die Birnen eignen sich hervorragend für Pfannkuchen, die es in dieser Jahreszeit zweimal die Woche gab.

Johannes Görtz
Solingen
15.7.2005

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