Platt hören statt lesen

Wer wollte bestreiten, daß der Dialekt am Niederrhein auch heute noch eine bedeutende Rolle im Leben der hier beheimateten Menschen spielt. Allerdings ist auch eine Entwicklung zu beobachten, die zu stoppen oder gar umzukehren es fast schon zu spät sein könnte. Das Interesse am Dialekt, die Fähigkeit, ihn zu sprechen und die Bereitschaft, ihn zu erlernen, nehmen immer mehr ab. Kaum noch finden sich junge Menschen, die das Kulturerbe übernehmen und es an die folgende Generation weitergeben könnten. Und so ist die Sorge um den Fortbestand der Mundart vor allem bei den älteren Niederrheinern, berechtigt. Einige von Ihnen greifen deshalb zur Feder, um Schwarz auf Weiß festzuhalten, was sonst wohl verloren ginge. So wundert es nicht, das der Niederrhein über eine außergewöhnliche Vielfalt an Mundartliteratur verfügt. Doch, so umfangreich dieser Fundus auch ist, er ist nicht in der Lage, die Feinheiten der Aussprache, den Tonfall und die Melodie eines in Platt gesprochenen Wortes oder Satzes zu übermitteln - denn Bücher sind stumm. Dialekt aber entfaltet erst dann seine Eigenart und seinen Charme, wenn man ihn hört.

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