Tüttebänn, Tütt

Dabei handelte es sich um den Korb, in den ein Huhn saß, das "klucks" war, d.h. sich entschlossen hatte, Eier auszubrüten. Das war sehr gern gesehen, ermöglichte es doch die Nachzucht von Federvieh aller Art. Man setzte es auf bis zu 13 Eier, die beim Nachbarn besorgt wurden, wenn man selbst keinen Hahn (oder keinen angesehen guten) hatte und deckte es mit einem Sack zu, damit es nicht abgelenkt wurde und von seiner löblichen Absicht zurücktrat.


Schöne Grüße
J. G. Solingen


Offensichtlich gibt es mehrere Deutungen des Begriffes Tüttebänn. Im Buch "Van Aewerdäss bes Wilewaj" heißt es dazu wörtlich:"Tüttebänn - ein mehrere Quadratmeter großes Fischnetz, das zwischen zwei Bügel gespannt mittels einer langen Stange ins Wasser gelassen und wenn Fische sich über ihm befinden, aufgezogen wird."


Redaktion
25.1.2007


Das in “Van Aewerdäss bes Wilewaj” beschriebene Fischnetz kann man auch kurz andeuten als “Kreuznetz”.
Bei dieser Fischerei-utensilie verweist “Tütt-“ nicht auf ein Huhn, sondern auf die spitzen Ecken des Netzes die auf den Enden der Querbretter befestigt sind.
Ein “Tüttebänn” heisst auch wohl “Tüttebäll”. Das Wort “Bäll” bedeutet “Ausstülpsel”, vergleiche “Seepbäll”.
In den Niederlanden gibt es das Wort “Teutebel” (auch wohl “Totebel” oder “Tuttebel”). Das bedeutet ebenfalls “Kreuznetz”. In übertragendem Sinne heisst es: “schlampiges altes Weibsbild” (das sozusagen alles schlaff hängen lässt).

Kleve, 26.01.2007


Statement des Vorsitzenden des Klever Angelsportvereins Herrn Naber zum Begriff Tüttebänn


Tütt

Die Basisbedeutung von “Tütt” ist: Etwas mit einem spitzen Ende.
Ursprünglich bedeutete es: “spitze Ecke”, “Tülle” oder “Tüte”. Das verwandte ostniederländische “Tüütn” hat die selben Bedeutungen. Später entstand die verschobene Bedeutung: “Huhn”. In diesem Falle verweist “Tütt” auf den spitzen hackenden Schnabel des Nutztieres.
Parallel dazu wird in den Niederlanden ein Huhn als “kip (Kipp)” angedeutet. Das Wort lässt sich ableiten von dem veralteten “kippe” was schlagen, stossen oder hacken heisst. Ein Huhn macht ständig hackende Bewegungen mit dem Schnabel.
In Niederrhein heisst nicht ein erwachsenes Huhn, sondern ein Küken “Kipke”. Ein Küken hackt bei der Geburt die Eierschale kaputt.
Eine von “Huhn” aus weiter verschobene Bedeutung liegt in dem Ausdruck “lecker Tüttje”. Das ist ein hübsches Mädchen, wörtlich ein “schmackhaftes kleines Huhn”.
Parallel dazu sagen die Amerikaner “chick” = Mädchen (Küken). Junge Männer sind da ständig auf der Suche nach “kicks and chicks”.
In den Niederlanden heisst ein hübsches Mädchen “lekker ding” oder “lekker dier”. Die Stiftung “Lekker Dier” (NL) richtet sich gegen die Misshandlung von Nutztieren.
Das niederländische “tutje (Tüttje)” bedeutet: “zimperliche Jungedame”. Das hängt zusammen mit “teuten”, was “sich zögernd verhalten” bedeutet. Wer “teutet”, begibt sich sozusagen immer wieder in eine spitze Sackgasse.

Kleve, 25.01.2007

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